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Die Altstadt mit jungen Augen

12.03.2010 08:58 von Alexandra Zvekan (Kommentare: 3)

Heute hat Sandro seinen letzten Tag im Alphabeet. Er macht ein Berufswahlpraktikum und interessiert sich für gestalterische Berufe. Deshalb schnuppert er auch bei uns rein und versucht sich ein Bild von unserem Berufsalltag zu machen.

 

Sandro ist 14 Jahre alt, freundlich und begeisterungsfähig. Als ich ihm gestern seine heutige Aufgabe erklärte, glänzten seine Augen voller Vorfreude. Er solle die Grenzen der Zuger Altstadt abschreiten und mit der digitalen Spiegelreflex-Kamera seine Impressionen festhalten. Danach würde er die Fotos auf den Computer laden müssen, aussortieren und wenn noch Zeit bleibt, die Fotos bearbeiten. Zugegebenermassen ein ehrgeiziges Programm für so einen kurzen Tag. Denn auch die Bewertungsformulare aus der Schule müssen noch ausgefüllt werden, der Lehrer kommt zu Besuch und ich möchte mit Sandro noch ein Interview für diesen Blogpost führen.

 

09:47 Uhr - Sandro macht sich nach einer kurzen Instruktion über die Kamerafunktionen auf den Weg.

11:03 Uhr - Sandro kehrt mit 379 Fotos aus der Altstadt zurück.

 

Während wir die Bilder von der Kamera runterladen, interviewe ich unseren sichtlich fröhlichen Berufspraktikanten.

 

«Ich kenne die Altstadt nicht so gut.» erzählt mir Sandro, «Meine Kollegen und ich laufen etwa 2 bis 3 Mal pro Monat durch die Altstadt, bleiben aber selten hier. Meistens sind wir bei jemandem zuhause oder im Zugerland. Nur im Sommer sind wir ab und zu in Seeliken (Freibad am See beim Casino). Gehört das auch zur Altstadt?»

 

Bevor ich Sandro auf die Fototour geschickt habe, habe er gedacht, die Altstadt bestehe lediglich aus der Oberen und der Unteren (Altstadt) Gasse. «Die Fototour war super. Ich wusste gar nicht, dass die Altstadt so gross ist. Und so schön.» ergänzt er. «Ich habe auch mir unbekannte Winkel entdeckt, die total spannend sind. So Hinterhöfe und kleine Ecken und enge Gässchen zwischen den Häusern. Das nächste Mal fotografiere ich das. Diese Fotoreportage hat mir sehr viel Spass gemacht. Ich habe mich bei meinen Fotos auf die Architektur konzentriert.» Der Ausflug hat ihm sichtlich Spass gemacht und ich frage mich, ob man mit den Zuger Schülern denn keine Altstadtführungen macht, die sie für diesen Stadtteil begeistern würde. Reich an architektonischen Schätzen, an spannenden Geschichten wäre die Altstadt natürlich schon.

 

Ich wundere mich, dass die Jungen sich in der Altstadt offensichtlich nicht aufhalten wollen. Sandro korrigiert mich. «Doch, die Jungen sind schon in der Altstadt, aber meistens am See oder auf der Rössliwiese. Sie holen sich was zu Trinken und zu Essen aus dem Supermarkt und setzen sich dann zusammen.» Stimmt, denke ich, das hat ja Tradition. Und ich frage ihn weiter, ob es denn etwas gäbe, dass seiner Generation fehlt in der Altstadt. «Meiner Meinung nach braucht es nichts. Es ist gut so, wie es ist. Eine Disco würde ja auch nicht in die Altstadt passen.» Und dann fällt ihm doch noch was ein. «Eventuell wäre eine Bar für die 16-jährigen nicht schlecht.» 

 

16:11 Uhr - Sandro hat aus seinen 379 Fotos 36 ausgewählt und bearbeitet. Wir laden die Fotos gemeinsam in die Fotogalerie. Ich bin über seine Sujetwahl und die kreative Bearbeitung begeistert. Er hat auf jeden Fall Talent für einen gestalterischen Beruf. Ab Sommer 2011 sollte Sandro eine Lehre beginnen. Sein Wunsch wäre eine Lehrstelle als "Gestalter Werbetechnik", und ich hoffe sehr, dass er bald einen geeigneten Lehrbetrieb findet.

 

Eine letzte Frage habe ich noch an ihn. Wie es sich denn lebe als Sohn des berühmtesten Zuger Bassisten (Kurt Maurer, 7tcover)? «Ah, es ist wie es ist. Mein Vater ist halt der Bassist, mehr nicht ...» sagt er etwas allzu bescheiden und nach kurzem Überlegen dann doch noch, «... cool ist es halt schon.»

 

Und hier sind sie nun, die Fotos aus der Altstadt, geschossen mit den Augen eines jungen Zugers.

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Kommentar von alexander Necas | 13.03.2010

Das ist, aber ein kluges Bürschtchen. Sehr gut.

Kommentar von neci | 15.03.2010

sandro du geile siech. Bisch en hammer kolleg.

Kommentar von Pham Thi | 07.01.2012

Deine Bilder vor 2. Jahren waren schön, doch heute wenn ich deine Bilder anschaue sind sie noch schöner. Finde es toll, dass du dich so für Kunst interessierst.